Vorgesetzte und andere Entscheider von der Notwendigkeit einer Social Media-Strategie zu überzeugen, ist eine Herausforderung für alle, die die Geschicke von Unternehmen in den sozialen Netzwerken steuern. Über ein Jahrzehnt nach der Gründung von Facebook zweifeln noch immer viele Chefs am Nutzen dieser Kanäle; für sie bleibt Above the line die Königsdisziplin.

Deswegen ist es von Vorteil, Ihre Social Media-Strategie mit fundierten Zahlen zu untermauern. Neben den Ergebnissen unternehmensspezifischer Marktforschung gilt es auch, die Landschaft allgemein abzuklopfen. Die folgenden 10 Statistiken sollte jeder Social Media Manager kennen, bevor er oder sie in die Präsentation geht.

 81 Prozent der 18 bis 34jährigen nutzen soziale Netzwerke

Gefühlt die Kern-Zielgruppe jeder Facebook-Seite, die etwas auf sich hält, ist sie auch objektiv die aktivste in Social Media. Das ergab eine Studie von Pew Research im vergangenen Jahr. In allen Altersgruppen ist grade mal die Hälfte der Internetnutzer in den Netzwerken aktiv. Damit teilt sich Deutschland den letzten Platz – mit Pakistan. Interessant: Nur 39 Prozent der Altersgruppe 35+ gaben an, Social Media-Kanäle zu verwenden. Das muss aber kein Nachteil sein: Facebook Ads zum Beispiel sind in der Altersklasse erheblich günstiger – das ROI entsprechend höher.

 Das organische Wachstum von Facebook-Seiten beträgt nur noch 0,14 Prozent

Ist aber auch kein Drama. Die Größe einer Facebook-Seite ist kaum noch relevant für eine erfolgreiche Social Media-Strategie. Mit Facebook Ads hat man die Möglichkeit, die Nutzer zu erreichen, die relevant für die eigenen Ziele sind. Wird dennoch Wachstum von Entscheidern gefordert, gilt: Pay to win. Organisch kann man kaum noch was reißen.

 Durchschnittlich 95 Minuten verbringen Smartphone-Besitzer an einem Wochentag im Internet

Dem Bundesverband für digitale Wirtschaft zufolge surfen 20 Prozent sogar 3 Stunden oder mehr mit ihrem Smartphone. Aus Sicht unserer Kunden können wir diesen Trend bestätigen: 99 Prozent der Inhalte der Facebook-Seiten, die wir betreuen, werden mobil aufgerufen. Das gilt es vor allem bei der Erstellung der Inhalte zu berücksichtigen, sowie bei der Distribution in der Social Media-Strategie.

 Werden Inhalte mobil konsumiert, hat man 1,7 Sekunden Zeit, Nutzer zu überzeugen

So lange wird Content mobil im Schnitt betrachtet. Das heißt: Aufmerksamkeit ist das wertvollste Gut in Social Media.

 25 Prozent der Millennials lesen nur die Überschrift

Ist eine Botschaft zu lang, wird sie im Zweifel nicht gelesen. Es ist wichtig, dass man in Social Media Inhalte auf das Wesentliche reduziert. Auch das gilt es, unbedingt zu berücksichtigen.

 72 Prozent der 14 bis 29jährigen nutzen täglich Instant-Messaging-Dienste

Dark Social nimmt im Portfolio der Kanäle immer mehr Platz ein. In dem Kontext sind auch Facebooks Bemühungen rund um Messaging Bots zu betrachten. Eine Strategie sollte die Frage stellen: Wie gehen wir als Unternehmen damit um? Verbessert ein Engagement in Messaging-Diensten unsere Chancen in Social?

 Instagram hat 9 Millionen aktive Nutzer in Deutschland

Das ist eine beachtliche Zahl für das fünf Jahre alte Netzwerk. Und ein ganz starkes Argument dafür, Instagram ins Portfolio der Kanäle aufzunehmen, die man zum einen mit Content, zum anderen mit Ads bespielt. Noch ist das ROI bei Instagram um einiges größer als beim Mutterkonzern Facebook. Ein Einstieg lohnt sich also und sollte in der Social Media-Strategie bedacht werden.

 12 Millionen Menschen sehen in Deutschland monatlich die Inhalte, die auf Twitter veröffentlicht werden

Es ist nicht viel bekannt über die Monthly Active User auf Twitter. Bisherige Zahlen ordneten sie irgendwo zwischen zwei und vier Millionen ein. Aber das Selbstverständnis des Kanals ist eh ein anderes. Bei einer Veranstaltung in der Zentrale im Frühjahr erklärte Sascha Welters in seinem Vortrag, dass die tatsächliche Reichweite des Kanals weit über die Nutzerzahlen hinausgeht. So beschrieb es auch die Zeit: „Diese Zahl setzt sich zusammen aus den angemeldeten Twitter-Mitglieder und Nutzern, die sich Tweets ansehen, ohne eingeloggt zu sein.“ Und tatsächlich kommt kaum ein Nachrichten-Ereignis ohne die obligatorischen eingebundenen Tweets aus. Kurz: Twitter ist immer wieder totgesagt, sollte aber dennoch weiterhin unbedingt bei der Mediaplanung berücksichtigt werden.

 Noch führt XING bei den Mitgliederzahlen, aber LinkedIn holt auf: Fast 8 Millionen nutzen das Netzwerk

Der Arbeitsplatz der Mitarbeiter in HR ist längst online. Die Zahlen der beiden großen beruflichen Netzwerke sprechen Bände. Nicht nur, wenn es darum geht, Konsumenten zu erreichen, sollte Social Media in der Strategie eine große Rolle spielen. Social Media muss heutzutage abteilungsübergreifend gedacht werden.

10  42 Prozent wollen sich in Social Media über Produkte informieren

Die beste Nachricht zum Schluss. Die Onlinestudie der ARD und ZDF sagt uns, dass Nutzer in sozialen Medien erwarten, Inhalte von Marken und Unternehmen zu finden. Dieses Potenzial sollte man nutzen. Allerdings konkurrieren wir dabei mit vielen anderen Brands. Es gilt also in der Strategie für Social Media, die perfekte Mischung aus Aufmerksamkeit und relevanten Inhalten zu finden.

Welche Statistiken haben wir vergessen? Welche Zahlen sollten wir kennen? Was gehört in jede Social Media-Strategie? Sag es uns in den Kommentaren!